

Baubiologie befasst sich mit den Wechselwirkungen zwischen der gebauten Umwelt und dem Menschen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Architektur, Konstruktion, Materialien und Gebäudetechnik die Qualität von Wohn- und Arbeitsräumen beeinflussen.
Wir verbringen einen grossen Teil unseres Alltags in Innenräumen. Raumluft, Temperatur, Feuchtigkeit, Tageslicht, Akustik und die verwendeten Materialien wirken dabei zusammen. Baubiologisches Planen betrachtet deshalb nicht ein einzelnes Produkt, sondern das gesamte Gebäude und seine Nutzung.
Unser Ziel ist es, vermeidbare Belastungen zu reduzieren und Räume zu schaffen, die ein angenehmes und ausgeglichenes Wohn- und Arbeitsumfeld unterstützen. Dafür verbinden wir architektonische Gestaltung mit Kenntnissen aus Bauphysik, Materialkunde und gesundem Bauen.
Baubiologie ist für uns keine luxuriöse Zusatzleistung. Viele ihrer Grundsätze lassen sich durch eine sorgfältige Planung, robuste Konstruktionen und eine bewusste Materialwahl von Beginn an berücksichtigen.

Bei Materialien im Innenraum achten wir auf möglichst geringe Emissionen und eine gesundheitlich verträgliche Anwendung. Entscheidend ist nicht allein, welche Stoffe in einem Produkt enthalten sind, sondern auch, ob und in welcher Menge sie während der Nutzung an die Raumluft abgegeben werden.
Bezeichnungen wie «natürlich» oder «ökologisch» sind für sich allein noch kein Nachweis für gesundheitliche Verträglichkeit. Deshalb berücksichtigen wir Produkteigenschaften, Verarbeitung, Oberflächenbehandlungen, Einbauort und vorhandene Deklarationen. Bei Umbauten können zusätzlich Abklärungen zu bestehenden Schadstoffen notwendig sein.
Ein behagliches Raumklima entsteht aus dem Zusammenspiel von Raum- und Oberflächentemperaturen, Luftfeuchtigkeit, Luftwechsel, Wärmespeicherung und sommerlichem Wärmeschutz. Diese Faktoren beeinflussen sowohl das Wohlbefinden als auch die Feuchtesicherheit eines Gebäudes.
Eine gut geplante Gebäudehülle und ein passendes Lüftungskonzept gehören deshalb zusammen. Luftdichtes Bauen verbessert die Energieeffizienz, verlangt aber einen zuverlässig sichergestellten Luftwechsel – über eine geeignete Fensterlüftung, eine Lüftungsanlage oder eine Kombination daraus.
Tageslicht, Ausblick, künstliche Beleuchtung, Raumproportionen und Akustik prägen die Wahrnehmung eines Innenraums. Wir beziehen diese Aspekte früh in die Planung ein und stimmen sie auf Nutzung und Bedürfnisse der Menschen ab. So entstehen Räume, die nicht nur funktionieren, sondern in denen man sich gerne aufhält.
Baubiologie bedeutet keinen Verzicht auf moderne Gebäudetechnik. Technik soll dort eingesetzt werden, wo sie einen nachvollziehbaren Nutzen bietet, und möglichst einfach, wartungsfreundlich und auf das Gebäude abgestimmt sein.
Auch elektrische Installationen und mögliche Quellen elektrischer oder magnetischer Felder können bei der Planung berücksichtigt werden. Dabei geht es um einen bewussten und vorsorglichen Umgang mit vermeidbaren Belastungen.
Der Unterschied liegt vor allem in der Blickrichtung: Die Baubiologie fragt, wie ein Gebäude auf den Menschen wirkt. Die Bauökologie untersucht, wie sich das Bauen auf Umwelt, Klima und Ressourcen auswirkt.
Zur Baubiologie gehören beispielsweise Raumluft, Feuchtigkeit, Schadstoffe, Tageslicht, Akustik und weitere Einflüsse auf Gesundheit und Wohlbefinden. Die Bauökologie betrachtet dagegen unter anderem den Ressourcen- und Energieverbrauch, die Umweltwirkungen von Baustoffen, den Boden- und Wasserhaushalt sowie Rückbau, Wiederverwendung und Kreislauffähigkeit.
Beide Bereiche lassen sich nicht vollständig voneinander trennen. Die Wahl eines langlebigen, emissionsarmen und gut rückbaubaren Materials kann sowohl dem Menschen als auch der Umwelt zugutekommen. Deshalb betrachten wir Baubiologie und Bauökologie in der Planung gemeinsam, setzen in den beiden Kompetenzbereichen aber unterschiedliche Schwerpunkte.
Schimmel in Innenräumen ist nicht nur ein oberflächliches Problem. Schimmelwachstum weist in der Regel auf eine erhöhte Feuchtigkeit hin.
Mögliche Ursachen sind unter anderem Wassereintritt, Leckagen, Baufeuchte, Wärmebrücken und tiefe Oberflächentemperaturen, ein ungenügender Luftwechsel oder eine Kombination aus baulichen und nutzungsbedingten Faktoren.
Für eine dauerhafte Lösung reicht es nicht, sichtbaren Schimmel lediglich zu entfernen oder zu überstreichen. Die Ursache der Feuchtigkeit muss erkannt und behoben werden. Wir untersuchen die bauliche Situation, beurteilen die betroffenen Bauteile und die bauphysikalischen Zusammenhänge und entwickeln geeignete Massnahmen und Sanierungskonzepte. Wo weiterführende Messungen, Laboranalysen oder spezialisierte Sanierungsarbeiten erforderlich sind, werden entsprechende Fachstellen beigezogen.
Ergänzend zu unseren planerischen und bauphysikalischen Kenntnissen verfügen wir über eine Ausbildung als Schimmelexperten für Schimmelpilzschäden in Innenräumen durch TÜV Rheinland. Unser Ziel ist es, Schimmelprobleme nicht nur oberflächlich zu behandeln, sondern ihre Ursachen nachvollziehbar zu klären und eine langfristig tragfähige Lösung zu entwickeln.
Nicht automatisch. Die Kosten hängen stärker von Grösse, Konstruktion und Ausbaustandard ab als von der Bezeichnung «baubiologisch». Eine baubiologische Planung hinterfragt deshalb auch den tatsächlichen Flächenbedarf und das notwendige Gebäudevolumen. Kompakte, gut organisierte Grundrisse können Kosten einsparen und dadurch Mehrpreise für emissionsarme, langlebige und ökologische Materialien abfedern.
Baubiologische Entscheidungen sollten frühzeitig und mit Blick auf Investition, Betrieb und Unterhalt getroffen werden. Nicht jede Mehrinvestition amortisiert sich finanziell. Der positive Einfluss auf das Raumklima, den Menschen und die Umwelt lässt sich jedoch ohnehin nicht in Franken bemessen.
Nein. Technik soll bewusst und bedarfsgerecht eingesetzt werden. Eine sorgfältige Planung des sommerlichen Wärmeschutzes kann beispielsweise den Kühlbedarf reduzieren. In einem luftdichten Gebäude kann eine Lüftungsanlage dagegen eine sinnvolle oder notwendige Lösung sein, um einen zuverlässigen Luftwechsel sicherzustellen.
Entscheidend ist nicht möglichst viel oder möglichst wenig Technik, sondern ein verständliches, wartungsfreundliches und auf Gebäude und Nutzung abgestimmtes Konzept.
Nein. Ein baubiologisch gutes Gebäude entsteht aus dem Zusammenspiel von Konstruktion, Materialwahl, Verarbeitung, Raumklima und Nutzung. Holz, Lehm, Kalk, Ziegel oder Naturdämmstoffe können geeignete Lösungen sein, sind aber nicht automatisch für jede Anwendung die beste Wahl.
Auch natürliche Materialien können behandelt sein, Emissionen verursachen oder konstruktiv ungeeignet eingesetzt werden. Wir beurteilen Materialien deshalb immer im konkreten Bauteil und unter Berücksichtigung von Feuchtigkeit, Brandschutz, Dauerhaftigkeit, Pflege und Innenraumemissionen.
Ja. In Gebäuden können Raumluftmessungen, Feuchtigkeitsanalysen, Schadstoffuntersuchungen oder Messungen des Raumklimas durchgeführt werden. Die Ergebnisse helfen dabei, mögliche Belastungen zu erkennen und gezielte Verbesserungsmassnahmen abzuleiten.